Ganzsachen sammeln?

2020-07.jpg - 979,36 kB

Ganzsachen haben es heute schwer, sich innerhalb eines Sammelgebietes zu behaupten, und das kann man z.B. bei den Altdeutschen Staaten feststellen. Markenbelege haben gegenüber Ganzsachen meistens eine viel höhere Wertschätzung. Dabei bieten Ganzsachen viele Möglichkeiten, eine Sammlung anzulegen. Bei Finnland fallen u.a. einige ungewöhnliche Verwendungszwecke auf, und die hier gezeigte Rückscheinkarte (Ausgabe 1878/80) ist ein Beispiel. Sie lief 1892 von Lempois (Lembois) nach Helsingfors und ist mit beiden Ortsstempeln versehen.

Portogerecht oder nicht portogerecht - das ist hier die Frage!

2020-06.jpg - 1,03 MB

Bei der Bewertung von Belegen und auch hinsichtlich der Eignung für eine Sammlung spielt eine große Rolle, ob sie portogerecht sind. Bei dem hier gezeigten Flugpostbrief von 1934, der immerhin mit insgesamt 15,85 Reichsmark frankiert ist, war dies eine besonders spannende Frage. Um es vorwegzunehmen: Ja, er ist portogerecht. Erklärung: 55 Pf Briefgebühr für ein Gewicht bis 60 g, dazu 30 Pf Einschreibgebühr und 12mal Luftpostgebühr à 1,25 RM = 15 RM, somit also insgesamt 15,85 RM. Der Brief lief ab Hamburg über Stuttgart, Sevilla, Bathurst und Natal (Braslilien) und weiter mit Condor nach Rio de Janeiro.

 

Die bayerischen Fingerhutstempel

2020-05.jpg - 583,65 kB 

Wer die bayerischen Fingerhutstempel sammelt, hat sicherlich festgestellt, dass die meisten auf Briefen innerhalb von Bayern vorkommen, oft auf Amtsbriefen. Dies bietet wenig postgeschichtliche Vielfalt. Als Beispiel, wie man für mehr Vielfalt sorgen kann, ist hier ein Beleg aus dem Jahr 1839, der von Wunsiedel nach Itzehoe in Holstein lief. Er war bis Hamburg freigemacht und wurde von der Preussischen Post bis dorthin befördert, wo er den L1 FRANCO HAMBURG erhielt.

 

Das "Notabene" als Kennzeichnung von Einschreibbriefen

2020-04.jpg - 140,48 kB

Im Zuge der Einführung des postalischen Einschreibverfahrens im 18. Jahrhundert wurde in mehreren deutschen Staaten das "Notabene" (übersetzt z.B. "wohlgemerkt") handschriftlich auf der Briefvorderseite vermerkt, meist abgekürzt "NB" und oft in roter Farbe. Im Laufe der Zeit wurde der Vermerk in vielen Fällen durch entsprechende Stempel (z.B. "Recommandirt" oder "Chargé") ersetzt. In Hannover geschah dies im März 1853, und der hier gezeigte Brief aus 1852 hat noch die "NB"-Kennzeichnung. 

 

LV Aktuell

09-2022.jpg - 153,28 kB
September 2022