Brief aus Schärding während der bayerischen Zeit 1810-1816

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Der hier gezeigte Brief wurde 1812 im Augustiner Chorherrenstift Reichersberg geschrieben und im     10 km nördlich von Reichersberg gelegenen Schärding aufgegeben; für diesen Inlandsbrief bestand Portofreiheit. Als Folge des bayerischen Erbfolgekrieges wurde das Innviertel, zu dem Schärding gehört, 1779 Habsburg zugesprochen. Nachdem im Verlauf der Napoleonischen Kriege die Stadt am 26. April 1809 niederbrannte und das Innviertel 1810 mit dem Pariser Frieden wieder zu Bayern zurückgekehrt war, kam die Stadt nach dem Wiener Kongress 1816 erneut zu Österreich.

Brief von Ragusa nach Mostar - mehr Urlaubsgefühle

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Jetzt einen Urlaub in Kroatien an der Adria planen, das klingt wirklich gut, oder? Der hier gezeigte Brief von 1865 wurde in Ragusa (zu der Zeit zum Österreich-Ungarischen Kronland Dalmatien gehörig, heute Dubrovnik) aufgegeben und lief über Metkovich (heute Metkovic) nach Mostar. Also genau dort, wo man als Urlauber auf einer Tagestour in das an Kroatien angrenzende Bosnien-Herzegowina unterwegs sein könnte. Wer sich mit den Stempeln aus dieser Zeit befassen möchte, kommt wohl kaum um die Handbücher von Edwin Mueller herum. Deren Benutzung ist allerdings eine "Wissenschaft für sich".

Ein Brief aus St. Moritz - Ersatz für den Skiurlaub?

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St. Moritz wäre jetzt im März die ideale Destination, um zum Abschluss der Skisaison noch einmal auf die Piste zu gehen. Geht aber nicht wegen Corona. Der hier gezeigte Brief wurde lange vor der "Erfindung" des Skitourismus im Jahr 1813 verschickt und ist nach Lausanne adressiert. Damals - während der Zeit der französischen Département Conquis - gehörte der Ort zum Département Simplon. Ein Beleg wie dieser erinnert daran, dass die Stempel der Département Conquis sehr reizvoll sind und ein ideales Thema für eine entsprechende Sammlung sein können. Dabei muss nicht auf den Bezug zu Deutschland verzichtet werden, denn mehrere Départments lagen auf dem Gebiet des heutigen Deutschland.

Schweizer Auslands-Streifband-Ganzsache nach Chile, 1898

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Dieses Streifband wurde am 25.3.1898 in Genf (Schweiz) aufgegeben und ist nach Limache (Chile, 30 km östlich von Valparaiso) adressiert. Es handelt sich um die Ausgabe von 1897 mit geändertem Wertstempel (eingefasster Wappenschild, Michel S 14). Aus Schweizer Sicht ist die Destination recht ungewöhnlich, und die Versendung an einen sehr kleinen Ort in Chile ist ein zusätzlicher "Bonus". Mit diesem Streifband wurde wahrscheinlich eine Zeitung oder Zeitschrift verschickt. Die vergünstigten Gebühren für den Versand von Zeitungen und Druckschriften gaben Verlegern die Möglichkeit, auch weit entfernte Empfänger zu erreichen und bescherten der Post ein erhebliches zusätzliches Beförderungsaufkommen.