Schweizer Auslands-Streifband-Ganzsache nach Chile, 1898
Dieses Streifband wurde am 25.3.1898 in Genf (Schweiz) aufgegeben und ist nach Limache (Chile, 30 km östlich von Valparaiso) adressiert. Es handelt sich um die Ausgabe von 1897 mit geändertem Wertstempel (eingefasster Wappenschild, Michel S 14). Aus Schweizer Sicht ist die Destination recht ungewöhnlich, und die Versendung an einen sehr kleinen Ort in Chile ist ein zusätzlicher "Bonus". Mit diesem Streifband wurde wahrscheinlich eine Zeitung oder Zeitschrift verschickt. Die vergünstigten Gebühren für den Versand von Zeitungen und Druckschriften gaben Verlegern die Möglichkeit, auch weit entfernte Empfänger zu erreichen und bescherten der Post ein erhebliches zusätzliches Beförderungsaufkommen.
Ganzsachenumschlag für Dienstpost in Württemberg (1893)
Der hier gezeigte Ganzsachenumschlag für Dienstpost wurde am 3. März 1893 von Ellwangen nach Zöbingen versendet. Es handelt sich um den Umschlag mit der Farbänderung des 5 Pfennig Wertstempels von violett zu grün, der 1890 herauskam. Die im Michel-Ganzsachenkatalog als DU 5 AIa bezeichnete Ganzsache hat die Größe 182:120 mm und weicht von der Katalogangabe ab (180:119 mm), aber das liegt sicherlich im Toleranzbereich unterschiedlicher Produktionschargen. Übrigens sind Württemberg und Bayern die einzigen deutschen Staaten, die vor dem Übergang ins Deutsche Reich Ganzsachen für Dienstpost herausgegeben haben.
Brief aus 1763 mit Portofreiheits-Kennzeichnung
Der nach Landshut adressierte Brief aus 1763 wurde vom Regensburger Hochstift aufgegeben, das Portofreiheit genoss, und dies wurde durch einen kleinen Stempel "CD" gekennzeichnet. Die beiden Buchstaben stehen für "Causa Domini", und die erste dokumentierte Verwendung im Jahr 1692 bezieht sich auf eine Vereinbarung zwischen Thurn und Taxis und dem Stift Kempten. Das links unten senkrecht gestempelte "CD" wurde vergrößert und waagerecht daneben hinzugefügt.
Hamburger Privatpost-Retourbrief von 1889
Dieser Brief konnte nicht zugestellt werden, da das Geschäft des Adressaten aufgegeben worden war (rückseitiger Vermerk). Markenfrankierte Aufgabe am 14.2.1889 im Hamburger „Kontorviertel“ bei der Privatpostanstalt „Stadtbriefbeförderung“, die von 1887 bis 1889 bestand. Ab den 1860er Jahren wurden in Hamburg zahlreiche Privatpostanstalten gegründet, und in ganz Deutschland erreichten sie ab den 1870er Jahren eine Blüte. Die 1900 von der Reichspost eingeführte Beförderungspflicht auch im Ortsverkehr bedeutete das Ende der „frühen“ Privatpost.